Troschenreuth rüstet sich gegen Herzversagen

Im öffentlichen Raum sind nun Automatische-Externe-Defibrillatoren angebracht worden — Große Investition

TROSCHENREUTH — Mehr als 120000 Menschen sterben jährlich an Herzversagen, oft weil
nicht oder nicht rechtzeitig lebensrettende Sofortmaßnahmen angewendet wurden. Daher
hat sich der Verein „Unser Troschenreuth“ entschlossen, öffentlich zugängliche Defibrillatoren
zu installieren.
Neben der Herz-Lungen- Wiederbelebung sind sogenannte Automatische- Externe-
Defibrillatoren (AED) zur Lebensrettung ein wichtiges Hilfsmittel. Das Gerät leitet den Nutzer
beim Durchführen der Maßnahmen der Frühdefibrillation an, so dass auch Laien diese
erfolgreich durchführen können. Mit einem kurzen Festakt wurden die AED-Notrufstationen
an der Troschenreuther Pfarrkirche St. Martin und am Sportheim des FC Troschenreuth nun
offiziell eingeweiht.

Pfarrer Josef Hell spendete den elektronischen Lebensrettern den kirchlichen Segen – verbunden mit der Hoffnung, dass sie nie gebraucht würden. Dennoch sei es gut und wichtig,
dass es in Troschenreuth nun solche Geräte gebe. Dennoch sei das Risiko, einen Herzanfall zu
erleiden, für jeden Menschen vorhanden. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Für die beiden
Standorte habe man sich entschieden, weil sie häufig frequentiert und leicht erreichbar seien,
heißt es seitens des Vereins.

Im Februar hatte „Unser Troschenreuth“ auch schon zwei Erste-Hilfe-Kurse angeboten, dies
soll im Winter wiederholt werden. Der Verein bedankte sich bei Pfarrer Hell und Roland Laier, dem Vorsitzenden des FC Troschenreuth, für die rasche und unbürokratische Zusage, die Geräte anbringen zu dürfen. Weiterer Dank gebühre Reinhold Dettenhöfer, der die AED-Stationen in seiner Freizeit installiert hat, und den weiteren Helfern, die die Montage unterstützt hatten. Karl Bernet, AED-Instruktor und nicht-ärztlicher Programmleiter des bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Kreisverband Bayreuth, demonstrierte die Funktionsweise der AEDs und der Notrufstationen, mittels derer man per Knopfdruck mit der integrierten Leitstelle Bayreuth in Kontakt treten kann. Die integrierte Leitstelle entsendet den Rettungsdienst und gibt bei Bedarf den AED zur Entnahme frei.


Die Stadträte Helmut Dettenhöfer, Michael Förster und Kilian Dettenhöfer bezeichneten die AED-Notrufstationen als einen wichtigen Schritt hin zu einer flächendeckenden Versorgung mit AED-Geräten und somit auch ein weiterer Schritt im Kampf gegen den plötzlichen Herz-tod. Rund 4500 Euro kostet eine Notrufstation mit einem AED: Unser Troschenreuth freute sich daher, dass Holger Eckert und Hermann Maul von der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro dabei hatten. Der Generalbevollmächtigte Eckert betonte, dass sein Haus die Wichtigkeit von öffentlich zugänglichen AEDs erkannt und daher alle Geschäftsstellen bereits mit solchen Geräten ausgestattet hat. Gerne unter-stütze man das richtungsweisende Projekt der AED-Notrufstationen in Troschenreuth.

ⓘ Infos zum Projekt „Troschenreuth Herzsicher“ unter www.troschenreuth. de/herzsicher


In Troschenreuth hat man jetzt dem plötzlichen Herztod, der häufigsten Todesursache im Land, den Kampf angesagt: Hier gibt es nun anleitende Defibrillatoren.

 

Artikel: Nordbayerische Nachrichten - 29.07.2016

Text: Harald Sass

Bild: Privat