„Fisch-Ausstellung an der Angel“

Da hat die Raiffeisenbank in Auerbach einen schönen Fang gemacht: Die Sportangler machen zwischen Geldautomaten und Büros Lust auf eines der schönsten Hobbys der Oberpfälzer: das Fischen und Angeln.

Auerbach. (cs) Die Ausstellung taucht ein in die Geschichte des Auerbacher Sportanglervereins, zeigt aber auch, vor welchen Herausforderungen Fisch- und Gewässerschutz heute stehen. Bei der Eröffnung betonte der Präsident des Fischereiverbands Oberpfalz, Luitpold Edenhart, die Bedeutung der fachlich fundierten Fischerei. Sie sorge zunehmend dafür, dass Fischarten, die längst verschwunden waren, in den Gewässern wieder heimisch würden.

Nicht nur Lebensmittel

Der Fisch sei weit mehr als ein Lebensmittel für die Menschen. Er sei vor allem auch ein wichtiger Indikator für die Reinheit der Gewässer. Edenhart zollte dem Auerbacher Verein Anerkennung und Dank. „Fisch ist gesund“, sagte er. Auch deshalb seien Fischerfeste in der Bevölkerung so beliebt. Der Oberpfälzer Fischereiverband mit 130 Jahren „auf dem Buckel“ zählt knapp 20 000 Mitglieder in über 80 Vereinen und Genossenschaften, einschließlich Teichwirten und Fischzüchtern.

Die Schau bietet einen nostalgischen Überblick über die Aktivitäten des Sportanglervereins. Sie ist bis einschließlich Freitag, 16. Juni, in der Raiffeisenbank während der Geschäftszeiten zu besichtigen. Auf die jüngsten Besucher warten kleine Geschenke. Bank-Vorstand Michael Sommer, selbst aktives Mitglied des

heimischen Sportangelvereins, lobte die Arbeit der Angler und Fischer. Seit nunmehr über 50 Jahren betreuen sie rund 40 Hektar Wasserfläche. Rund 20 Hektar stehen den Mitgliedern und Teile davon wiederum Gast-Anglern zum Fischen zur Verfügung. Aktuell sind weit über 200 Mitglieder im Verein und in der Jugendgruppe organisiert. „Wer glaubt, der Petri-Jünger bräuchte sich nur gemütlich an das Ufer zu setzen, der irrt“, sagte Sommer. Die Bilder von den Anfängen der Fischerei in Auerbach zeigen sehr deutlich, was der Bank-Chef damit meinte. Auf den Fotos ist zu sehen, wie vor vielen Jahren Teiche mit Schaufel und Schubkarre, also mit reiner Muskelkraft, angelegt wurden.

Nachwuchs gesucht

Wer den Sportanglerverein bisher nur vom „Steckerlfisch“ auf dem Bürger- oder Fischerfest kennt, dürfte auf ein Aha-Erlebnis zusteuern. Das Thema Umweltschutz bildet einen Schwerpunkt der Aktivitäten des Vereins. „Viele der ausgestellten Arten würden in den Gewässern ohne die Hege und Pflege des Vereins nicht mehr existieren“, unterstrich Sommer. „Wer auf seinen Spaziergängen

an der Pegnitz oder Speckbach eine intakte Fauna beobachtet, sollte auch an die hervorragende Arbeit des Vereins denken.“ Um das alles leisten zu können, brauche es aktive, engagierte Mitglieder und Nachwuchs.

Neben zahlreichen Bildern sind auch eine ganzeMenge Exponate aus früheren Zeiten wie Angelspulen zu sehen. Vize-Vorsitzender Günther Rümpelein verwies darauf, dass sich beim Abfischen in den vergangenen 50 Jahren nicht viel verändert habe. Bis zum heutigen Tag sei hier Handarbeit gefragt. Idealismus stehe bei den Mitgliedern ganz oben.

Ein Blickfang der Ausstellung ist der kapitale 2,20 Meter lange Karpfen aus Holz, geschnitzt von Mitglied Siegfried Lutz. Im Bild (von links) der Oberpfälzer Fischereiverbandspräsident Luitpold Edenhart, Werner Purkl, Vorsitzender des Sportangelvereins Auerbach, Gewässerwart Hans-Peter Leißner, Kassier Mario Rümpelein, 2. Vorsitzender Günter Rümpelein und Michael Sommer, Vorstand der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung.

 

Quelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 24./25. Mai 2017

Text und Bild: cs